Vergebung        ©



Sag mir nicht
ich soll einem reulosen Täter vergeben
dessen gläserne Wolllust im Aug
wer weiß schon wie lang und immer noch
sich in schutzbedürftige Kinderleiber
und Welt entdeckende Seelchen giert

Sag mir nicht wie ich
über den keuchenden Atem
aus dem Tätermund unter stierenden Augen
mit endlos stark niederdrückenden Armen
wer weiß schon wie lang und immer noch
und einem starrgewaltenden Schwanz
an einem aufreißenden Täterleib
Sag mir nicht wie ich urteilen soll

Sag mir um Himmels willen nicht
wie kurz oder lang die Endloswund bluten
und Narben sich ins Leben zurückstülpen dürfen
wer weiß schon wie lang und immer noch
während Millionen von Ruchlostätern
sich erneut in der Sonne im Schatten auf Straßen
in Zimmern und Wäldern hinter Mauern Schlössern und überall
gewalttätig über schutzlose Kinder werfen
und Leben für Leben schädigen und töten

Sag mir nicht
ich soll einem Schädling verzeihen
der überschwänglich Böses über
ein fassungsloses Kinderleben schüttet
und ihm die unangetastete Menschlichkeit
wer weiß schon wie lang und immer noch
eines beginnenden Lebens verweigert

Sag mir um der Wahrheit willen nicht
ich soll für einen faulen Frieden meiner Seele vergeben
Sag mir nicht ich soll
freisprechen von Schuld
für den Abwurf sexualisierter Kernwaffen
aus der Hand eines Gewalttäters
Sag mir nicht und nichts
wo der Übeltäter kein Wort der Vergebung erbittet
und inmitten seiner hinweg lügenden Lippen
ein gutes gemütliches und angesehenes Leben führt

Sag mir in Wahrheit
im Namen welch gefälligen Gottes sollte ich
einem Verbrecher ohne Reue und ohne Wandel
ohne Geständnis und ohne Entschädigung
einem Täter mit ewigen Lügen im Mund
der endlos Unwahrheit über mein Leben wirft
als hätte er ein heimliches Recht
auf seine Taten und meine Vergebung

In wessen Namen
sollte ich
Derartiges
verzeihen?

 

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